Verleihung des Franziskuspreises 2017

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Der Franziskus-Preis ist der Nachhaltigkeitspreis der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Er wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit einem Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro dotiert. Er wird von Bischof Gebhard Fürst gestiftet.

Wir haben uns für diesen Preis beworben und wir haben - unter 20 eingereichten Projekten - den großen Anerkennungspreis mit 2000 Euro bekommen. Aus den Händen unseres Bischofs und eines Vertreters von Ministerpräsident Winfried Kretschmann wurde uns eine Urkunde und ein Bronzemedaillon zum Sonnengesang des hl. Franz von Assisi überreicht.

Für unseren Verein ist es eine große Ehre, diesen Preis zu erhalten. Er motiviert uns, weiterzumachen mit unserem Engagement für die Kinder und Jugendlichen, die im Behindertenzetrum 'Ashadeep' wohnen, lernen und arbeiten.
Auszug aus der Pressemeldung der Diözese:
"Beim Eine-Welt-Projekt „Behindertenzentrum Ashadeep“(Indien) des Vereins „Behindertenschule am Himalaya e.V.“ beeindrucke die Umsetzung vieler Nachhaltigkeitsdimensionen in einem Projekt, erläuterte Baumann. Unterstützt werde die Einrichtung durch den Bau eines Kuhstalls für 40 Milchkühe zur Ernährungssicherung sowie durch den Aufbau einer klima-und umweltfreundlichen Energieversorgung mit Hilfe einer Biogas-und einer Photovoltaikanlage. Eine weitere wichtige Säule des Projekts sei die Einbindung behinderter Kinder und Jugendlicher in den landwirtschaftlichen Betrieb. Dadurch würden Erfahrungen im Umgang mit Tieren und Pflanzen gesammelt, das Übernehmen von Verantwortung gelernt und das Selbstbewusstsein der behinderten Bewohner der Einrichtung gestärkt, ergänzte der Staatssekretär." (http://www.drs.de/service/presse/a-gruenfinder-entwicklungshilfe-und-faire-00006255.html)

 

Unsere Bewerbung

Name des Projekts: Unterstützung nachhaltiger Entwicklung im Behindertenzentrums Ashadeep in Badapur (Uttar Pradesh, Nordindien) / Katholische Diözese Bijnor   
Projektdauer: Vorbereitungsphase bis 2004, Beginn der Umsetzung ab 2005, Zeitziel noch nicht absehbar (abhängig von Spendenaufkommen, Vorort-Planung)


Das Behindertenzentrum Ashadeep ist ein Projekt der katholischen Diözese Bijnor, um den durch Behinderungen alles Art benachteiligten Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Die gehör- und sprachlosen, blinden, gelähmten jungen Menschen sind oft ausgestoßen bzw. ausgesetzt. Die Missionsstationen sorgen für diese Menschen und unterstützen sie darin mit ihrer Behinderung zurechtzukommen und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.
Im Zentrum Ashadeep steht die Betreuung, Förderung und Rehabilitierung von behinderten Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt. Das Zentrum nimmt Menschen auf gleich welcher Religion, Kaste oder Geschlecht und sorgt für ihr Wohl durch medizinische Betreuung, Schul- und Berufsausbildung sowie Arbeitsplatzbeschaffung. Im bestehenden Internat wohnen ca. 150 körperlich, geistig, hör- und sehbehinderte Kinder und Jugendliche. Die Schule wird von weiteren ca. 250 externen Schülerinnen und Schülern besucht, die nicht behindert sind. In der Zwischenzeit ist das Behindertenzentrum Ashadeep so beliebt, dass nicht alle Interessenten aufgenommen werden können.
 Der Verein Behindertenschule am Himalaya e.V., der in der Seelsorgeeinheit Künzelsau verankert ist, unterstützt seit 2005 das Behindertenzentrum Ashadeep finanziell. Der Verein hat ca. 30 Mitglieder, die über Patenschaften und Spenden Infrastruktur und Arbeit des indischen Behindertenzentrums unterstützen.
Es besteht ständiger Kontakt zur indischen Diözese Bijnor als Träger des Behindertenzentrums. Der Verein 'Behindertenschule am Himalaya e.V.' arbeitet im Rahmen dieser Projektpartnerschaft mit dem Kindermissionswerk, dem Hilfswerk der Sternsinger in Aachen zusammen.
Im Sinne der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie, Soziales) will der Verein Bewusstsein der Menschen hier wie dort bei den Menschen verankern.

Projekt Behindertenzentrum Ashadeep - Das Milchprojekt

Die wirtschaftliche Eigenständigkeit wurde unterstützt durch den Bau eines Kuhstalls mit dem Ziel, die Eigenversorgung mit Milch zu gewährleisten. Zur Zeit wird die überschüssige Milch verkauft. Geplant ist die eigenständige Erzeugung von Milchprodukten, deren  Vermarktung gemeinschaftlich mit den Bauern der Umgebung erfolgen soll, wodurch genossenschaftsähnliche Strukturen entstehen werden. Der Erlös fließt in das Behindertenzentrum.
Derzeit sind im Stall knapp 40 Milchkühe und Kälber artgerecht untergebracht, sie stehen auf festem Boden und haben auch Freilauf. Eine Familie und ein weiterer Mitarbeiter ('Hausmeister') versorgen die Kühe, melken sie und verrichten die Stallarbeit. Ackerfläche für den Anbau von Futterpflanzen steht zur Verfügung. Das Grünfutter wird von Hand mit einer Sichel gemäht und mit einem Ochsengespann zum Stall transportiert. Der Stall wird von Hand ausgemistet. Darin befindet sich eine Melkmaschine.
Im Laufe der Zeit wurde ein Trockenfutterhaus und ein Wasserturm gebaut, danach die Biogasanlage. Sie vervollständigen das landwirtschaftliche Anwesen.
Die Finanzierung des Milch-Projekts wurde im Verein durch die Sammlung von ca. 52.000 € an Spenden ermöglicht. Über die Kooperation mit dem Kindermissionswerk konnte dieser Betrag um ca. 20.000 € erhöht werden.

Die Energieversorgung

Die Energieversorgung der Küche des Behindertenzentrums basiert auf mehreren Komponenten. Eine Biogasanlage, die mit dem Kuhmist gespeist wird, versorgt die Küche mit Gas, so dass die Verbrennung von Holz reduziert wird. Durch den Betrieb dieser kleinen Biogasanlage erfahren die Menschen in diesem abgelegenen Gebiet, wie man Energie klima- und umweltfreundlich erzeugen kann.
Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Küchengebäudes liefert den erforderlichen Strom. Zusätzlich erwärmen Sonnenkollektoren das notwendige Wasser.
Dies hat für die Region Vorbildfunktion, Landwirte der Umgebung besuchen das landwirtschaftliche Anwesen des Ashadeep und informieren sich über die nachhaltige Energieversorgung.
Der Bau der Biogasanlage wurde vom Verein 'Behindertenschule am Himalaya' mit 10.000 € gefördert, den Rest bezahlte das Kindermissionswerk.
Eine genaue energetische Auswertung ist aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich.
Ein Ausbau der ökologischen Energieversorgung wird angestrebt.

Einbindung der behinderten Kinder und Jugendlichen

Jugendliche werden im landwirtschaftlichen Betrieb angelernt (Feldarbeit, Stallarbeit, Versorgung der Tiere, Verkauf der Milch). Durch ihre Mitarbeit im landwirtschaftlichen Anwesen sammeln sie Erfahrungen im Umgang mit Tieren und Pflanzen. So soll der verantwortungsvolle Umgang mit der Schöpfung exemplarisch eingeübt werden. Zudem können sie Verantwortung übernehmen und damit ihr Selbstbewusstsein stärken. 
Anlässlich des letzten Besuches vor Ort konnte von Vereinsmitgliedern ein Scheck über 3.500 € überreicht werden. Damit wird ein Streichelzoo (z. B. Hasen, Schafe usw.) für die Kinder angelegt.
Die Kinder und Jugendlichen sind zu den täglichen gemeinsamen Gottesdiensten eingeladen, an denen sie auch regelmäßig teilnehmen. Christliche und hindische Feste werden von den Gläubigen aller Religionen gemeinsam gefeiert. Hierdurch wird die Toleranz gegenüber anderen Religionen vermittelt.
Die medizinische Versorgung und die pädagogische Arbeit in der Schule wurden über ideelle (nicht personenbezogen) Patenschaften der Vereinsmitglieder mit einem Betrag von ca. 25.000 € unterstützt. 
Dadurch konnte die medizinische Versorgung erheblich verbessert werden.
Seit dem vorläufigen Abschluss des landwirtschaftlichen Projekts bemüht sich der Verein um Spenden für den Bau von dringend notwendigen Therapieräumen und deren Ausstattung.


Aktivitäten des Vereins

Durch gegenseitige Besuche und Mailverkehr werden die Beziehungen zwischen den Projektpartnern gepflegt. Zum einen sind die indischen Diözesanbischöfe zu Besuch in Deutschland gewesen und haben hier u. a. im Rahmen eines Aktionstages direkte Informationen gegeben. Zum andern sind auch immer wieder Vereinsmitglieder zu (Informations-)Besuchen im Behindertenzentrum Ashadeep.
Dazwischen bietet der Mailverkehr eine gute Möglichkeit, die Projektpartner über den aktuellen Stand der Entwicklungs-Zusammenarbeit zu informieren. Durch die Kontrolle vor Ort von Mitarbeiter/innen des Kindermissionswerks ist die korrekte Durchführung des Projektes sichergestellt.
In einem neunmonatigen Aufenthalt im Behindertenzentrum Ashadeep hatten zwei junge Erwachsene aus dem Hohenlohekreis die Möglichkeit fremde Kulturen kennenzulernen.  Sie haben in dieser Zeit in Internat und Schule mitgearbeitet und am alltäglichen Leben teilgenommen.
Die Einrichtung einer FSJ-Stelle ist angedacht. 
Im Rahmen von Aktionstagen wird die Öffentlichkeit informiert. Diese dienen auch der Gewinnung neuer Mitglieder und der Sammlung von Spenden. Die Gestaltung der Tage ist  auf Indien ausgerichtet (Essen, Kultur, z.B. indische Tanzgruppe …). Weiterhin konnten Kinder der Kirchengemeinden das Modell des Kuhstalles nachbauen, bei dem die Bausteine zugunsten des Projekts verkauft wurden.
Bei Gemeindeveranstaltungen wie z. B. Kirchencafé, Gemeindefest und nach Gottesdiensten ist der Verein präsent. Es werden selbst gefertigte Artikel angeboten, über das Projekt informiert und Spenden gesammelt und Mitglieder geworben.
Die Aktivitäten des Vereins werden auf der Website (www.bsch-himalaya.com) dargestellt.
Parallel dazu informieren die Lokalzeitung und der überregionale Rundfunk die Bevölkerung über den Verein, seine Ziele und Tätigkeiten. 
Durch Informationen über die Situation der Menschen in Indien und über die Arbeit im Behindertenzentrum Ashadeep wird bei der Bevölkerung im Wirkungskreis des Vereins - vor allem Künzelsau und Umgebung - das Blickfeld erweitert. Nicht nur der Umgang mit Behinderung, sondern auch die Wahrnehmung unterschiedlicher Kulturen können vermittelt werden.